Das alljährliche zweitägige Nikolauskonvent, dass durch die Komturei Süd im Kloster Roggenburg veranstaltet wird, ist mittlerweile ein Adventshöhepunkt und fester Bestandteil des Ordenslebens unserer Gemeinschaft. Neben guten Gesprächen zu einem abendlichen Festdinner lauschten die Teilnehmer den kritischen Worten des Nikolaus, der gekonnt in Versform bildhaft die größeren und kleineren Vorkommnisse aus dem Geschehen der Ordensgemeinschaft und des politischen Umfeldes kommentierte.
Der 2. Tag der adventlichen Einkehr begann mit einem Vortrag des Ordensbruders Dr. med Steinmann zur Präimplantationsdiagnostik (PID). Sie ist ethisch und politisch umstritten, da sie grundlegende Fragen nach dem Wert – und der Zulässigkeit der Bewertung − werdenden Lebens aufwirft. Dr. Steinmann zeigte grundlegende Aspekte der Individual- und Sozialethik auf in der Fragestellung, ob die PID angewendet werden darf. Dabei sind weltanschaulich fundamentale Entscheidungen betroffen, wie etwa die Frage, in welchem Moment das Mensch-Sein beginnt. In vielen Ländern, darunter den meisten europäischen Ländern, ist die PID gesetzlich geregelt und für teils unterschiedliche Anwendungen erlaubt.
In Deutschland wurde bis zum Sommer 2010 das Verbot der PID aus verschiedenen Vorschriften des Gesetzes vom 13. Dezember 1990 zum Schutz von Embryonen (ESchG) abgeleitet (insbesondere aus dem Verbot der Befruchtung einer Eizelle zu einem anderen Zweck als der Herbeiführung einer Schwangerschaft, dem Verbot der Verwendung von menschlichen Embryonen zu einem Zweck, der nicht ihrer Erhaltung dient, und dem Verbot des Klonens menschlicher Embryonen).
Am 7. Juli 2011 stimmte der Bundestag mit 326 Stimmen einem überparteilichen Gesetzesentwurf zu, der die PID im Grundsatz verbietet, sie aber zulässt, wenn aufgrund der genetischen Veranlagung der Eltern eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist. Ein vollständiges Verbot erhielt 260 Dafür-Stimmen, ein restriktiverer Kompromissentwurf 58 Stimmen. Am 23. September 2011 wurde der Gesetzentwurf zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PräimpG) im Bundesrat angenommen.
Im Anschluss an den Vortrag konnten die Gäste, Familienmitglieder und Ordensbrüder in den frisch restaurierten Gemäuern des Kloster Roggenburg einen würdigen Adventsgottesdienst feiern und den Tag beschließen.
Das Generalkapitel im Kloster Roggenburg ist alljährlich wiederkehrender Höhepunkt des Ordenslebens unserer Gemeinschaft. Vom 16. bis 18.September waren die Tempelritter erneut zu Gast in der beeindruckenden Prämonstratenser-Abtei. Ordensmeister Freiherr von Rothkirch & Panthen und Ordenskanzler Gerhard Nübling sorgten mit ihren Berichten über den Aufbau neuer Strukturen und zahlreicher Aktivitäten für große Zustimmung bei den Brüdern. In einem festlichen Rezeptionsgottesdienst wurde Dr. Felix Dirsch in den Stand eines Rechtsritters erhoben.
Den Abschluss des dreitägigen Treffens bildete ein Vortrag des Ordenshistorikers Dr. Stefan Winckler über das Leben des großen Konservativen und ZDF-Moderators Gerhard Löwenthal. Als Ausnahmepersönlichkeit im deutschen Fernsehen hatte der sich jahrelang für politisch Verfolgte in der früheren DDR eingesetzt. Was können wir von Gerhard Löwenthal lernen, fragte Winckler, um die Antwort gleich selbst zu geben: „Wir können von ihm lernen, nicht wegzusehen, wenn Ungerechtigkeiten verübt werden.“
Zahlreiche Tempelritter und Gäste hatten sich Mitte März im Hotel Krone in Friedrichshafen zum alljährlich stattfindenden Frühjahrskonvent unserer Ordensgemeinschaft eingefunden. Das Thema „Verordnete Tabus – Unsere Medienwelt heute“ versprach interessante Einblicke in das Geschehen hinter den Kulissen von Zeitungs- und Fernsehredaktionen, die das Leben der Menschen stark wie nie zuvor beeinflussen.
Dr. Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach, Dieter Stein, Gründer und Chefredakteur der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, der Publizist Berns Kallina und der renommierte Professor Dr. Hans Mathias Kepplinger vom Institut für Publizistik der Universität Mainz, spannten in ihren Vorträgen den Bogen von den Auswüchsen der Boulevardjournalismus über Chancen und Gefahren sozialer Netzwerke im Internet bis zur Political Correctness, die sich wie Mehltau über die freie Diskussion in unserem Land gelegt hat. Eine ausführliche Würdigung der Beiträge finden Interessenten in der aktuellen Ausgabe unserer Ordenszeitschrift „Neue Non Nobis“.
Das Generalkapitel jeweils am dritten Wochenende im Sept. eines jeden Jahres im Kloster Roggenburg ist der jährliche Höhepunkt im Ordensjahr unserer Gemeinschaft. Es dient der Beratung von ordensinternen Themen, vor allem aber auch der Aufnahme neuer Ordensritter. In diesem Jahr konnten vier Postulanten im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Klosterkirche in Roggenburg in den Stand des Rechtsritters erhoben werden.
Auch am diesjährigen ökumenischen Kirchentag in München war der OMCT-Tempelritterorden e.V. mit einem eigenen Stand vertreten. Wie zuvor schon auf dem evgl. Kirchentag in Bremen war unser Stand ständig umlagert von interessierten Kirchentagsteilnehmern, die teils mit Erstaunen von der Existenz der Templer Kenntnis nahmen und uns mit vielen Fragen geradezu überschütteten. Dabei konnten wir unsere Ziele und Aufgaben in vielen dieser Einzelgespräche vermitteln. Auch die von uns mitgebrachten Flyer, Ordenszeitschriften etc. gingen weg wie "frische Brötchen". Besondere Aufmerksamkeit fanden die über einen großen Flachbildschirm in einer Diaschau vermittelten Bilder aus unserem Ordensleben.

Wie schon in den Vorjahren trafen sich am Palmsonntags-Wochenende erneut Ordensritter und sorgfältig ausgewählte Gäste zu einer dreitägigen Einkehr in der Benediktiner-Abtei Maria Laach. In spannenden Vorträgen, anregenden Diskussionen und im stillen Gebet vertieften die Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern ihr Verständnis vom christlichen Glauben und der Heiligen Schrift.

45 Ordensritter und Gäste hatten sich vom 19. bis 21. Februar zu ihrem traditionellen Frühjahrskonvent im Kloster Roggenburg eingefunden. „Ethik in der globalisierten Welt – der christliche Auftrag, ein Ansatz zur Bewältigung der Krisen“ lautete das selbstgestellte Thema, zu dem namhafte Referenten ihre Gedanken vortrugen. Dabei wurde der Bogen von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise und ihren Folgen über die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI bis zu Bedeutung der Christen für unsere moderne Gesellschaft gespannt.